Erwachsener Gelände-Kraxler
Dacia Duster Extreme TCe 130 4x4

Mehr als 2,4 Millionen Duster hat Dacia seit 2010 produziert, nun folgt die dritte Auflage und da wurde der Duster, schicker, wertiger und moderner. Optischer wirkt er wuchtiger und massiver – eben erwachsener. Auch der Innenraum wurde neugestaltet, erstmals bei einem Dacia eingesetzt wurde ein 7-Zoll-Kombiinstrumenthinter dem Lenkrad und das leicht nach links geneigte und damit gut einsehbare 10,1-Zoll-Zentraldisplay. Das Design der Menüs ist zweckmäßig,das System braucht aber mitunter eine ganze Weile, bis es nach dem Starten hochgefahren ist.

Aktuell ist der mit dem Modellwechsel neu eingeführte Mildhybrid im Duster TCe 130 der einzige 4x4 im Programm. Hierbei wird der 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo mit einem 48-Volt-Bordnetz ausgerüstet. Geschaltet wird manuell über sechs Gänge. Dabei offeriert er aber so seine Tücken. Der 48-Volt-Startergenerator kann das Turboloch des kleinen Dreizylinders weder beim Anfahren noch beim Beschleunigen im höheren Geschwindigkeitsbereichen kaschieren. Da quält sich der Antrieb auch akustisch sehr um die 1,5 Tonnen des Duster flott zu bewegen. Allradfans sollten da schon auf den angekündigten Vollhybrid mit 1,6 Liter Saugbenziner und 140 PS warten.
Sportliche Attitüden sind unserem Duster demnach fremd, er hat dafür andere Qualitäten, etwa seine Geländegängigkeit. Mit seiner Bodenfreiheit von knapp 22 Zentimetern liegt der Duster 4x4 auf einem Niveau mit dem Subaru Forester. Mit an Bord ist da auch die aufwendig konstruierte Mehrlenker-Hinterachse. Per Drehregler hinter dem Schalthebel können fünf Fahrprogramme gewählt werden die in unwegsamen Geländen helfen. Dort kann auch eine theoretische 50:50-Kraftverteilung vorgewählt werden. Doch meist reicht der Modus "Auto" und es ziehen die Vorderräder alleine.

Mit dieser Ausstattung kommen Förster und Camper ziemlich sicher an ihr Ziel. Ja, auch Camper, denn im Zubehör-Programm gibt es mittlerweile bei Dacia allerhand auch für Outdoor-Fans. Beispielsweise ein Innenraum-Umbau-Schlafpaket (Sleep Pack um 1.696 Euro), das wir im Testwagen geladen hatten, oder ein Heckzelt das an die geöffnete Heckklappe angedockt werden kann.
Dacia ist hinlänglich dafür bekannt, kein Hightech-Firlefanz ins Auto zu packen. Meist liegt der Fokus auf dem Aspekt "Kosten-Nutzen" und das hat der Marke auch zum Erfolgsverlauf geholfen. Auch in der neuen Duster-Generation gibt es stets LED-Abblendlicht aber dazu immer ein Halogen-Fernlicht. Beheizbares Lenkrad und ebensolche Vordersitze müssen als Extra geordert werden (320 Euro).
Praktisch ist YouClip, ein Befestigungssystem für Taschenhalter, Smartphones, Tablets oder Taschenlampen, bei dem die dafür nötigen Halterungen in dem Auto schon installiert sind. Der Dacia Duster ist auch in der dritten Auflage etwas für Pragmatiker. Die Preise starten für den 4x4 Mild-Hybrid bei 25.590,- €, unser Testwagen in der Top-Ausstattung Extreme steht mit 27.590,- € in der Preisliste.

Daten: Dacia Duster Extreme TCe 130 4x4
Motoren: Dreizylinder-Benziner 1.199 ccm, 131 PS (96 kW), max. Drehmoment 230 Nm
+ 48 Volt Startergenerator
CO2: WLTP 135 g/km
Kraftübertragung: Allradantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe
Spitze: 174 km/h
Testverbrauch: 6,5 – 7,1 l Benzin ROZ 95/100 km
Kofferraum: 456 – 1.548 Liter
Sitzplätze: 5
Preis: ab 25.590,- € (inkl. 8 % NOVA)