Im Retro-Abenteuer-Look
Ford Bronco Badlands

Ford legte seine Geländewagen-Legende, den Bronco, neue auf. 1966 erblickte der Ur-Bronco als kompakter Offroader das Licht der weiten Geländewelt. Heute erlebte der wilde Hengst ein Revival. Was bei Jeep der Wrangler und bei Land Rover der Defender, ist bei Ford der Bronco: ein echter Geländewagen für Stock und Stein, den man richtig hart rannehmen kann. Die Konstruktion beruht wie eh und je auf einem stabilen und verwindungssteifen Leiterrahmen. Darauf sitzt – auch ganz wie früher – eine eckige Karosserie mit runden Scheinwerfern. Dieser Retro-Charme liegt absolut im Trend.

Der Bronco der Neuzeit ist aber kein, dem heutigen Trend folgenden, weichgewaschener SUV sondern vermittelt einen kantigen Tresor-Eindruck im Playmobil-Look. Ein Genuss ist der im Standgas flüsterleise, aber unter Last kehlig röhrende Biturbo-V6. Die 2,7 Liter Hubraum stellen 335 PS und ein maximales Drehmoment von 563 Newtonmeter zur Verfügung. Mehr als ausreichend für den Geländeeinsatz oder die Beschleunigung auf festen Straßen. Damit fällt der Bronco wohl auch etwas aus der heutigen Zeitqualität.
Verteilt wird die Kraft über eine 10-Gang-Automatik an alle vier Räder. Wie bei solch puristischen Geländekraxler üblich, fühlt sich der Geradeauslauf am Asphalt nervös an mit einem bockig-harten Fahrverhalten. Die Lenkung verlangt da die harte Hand eines Cowboys, um den Bronco im Griff zu behalten. Natürlich will solch ein Hengst auch ordentlich gefüttert werden. Verbrauchswerte um und jenseits der 12 Liter auf 100 Kilometer sind da normal.

Der Bronco ist aber kein Blender, er meint es ernst im Gelände. Dafür stehen 800 mm Wattiefe und 238 mm Bodenfreiheit. Dazu macht der Böschungswinkel vorn (38 Grad) Feindberührung mit Felsen unwahrscheinlich. Hinten reduziert der unglücklich platzierte Europa-Nummernschildhalter den Geländewinkel auf 31,4 Grad. Mit an Bord sind auch elektronische Gelände-Fahrhilfen wie etwa verschiedene Fahr-Programme, einen speziellen Offroad-Tempomat, Einpedal-Fahren mit starker Motorbremswirkung oder über Knopfdruck aktivierbaren Modus, der den Wendekreis um bis zu 40 Prozent vermindert, indem er nur die kurvenäußeren Räder antreibt.
Die verwendeten Materialien machen einen guten Eindruck, aber alles ist dem praktischen Nutzen untergeordnet. Neben dem große 12-Zoll-Touch-Screen im Zentrum finden sich im Cockpit jede Menge echte Knöpfe und Drehregler, die wichtigsten davon auch mit groben Fingern oder Handschuh-Händen zu bedienen.
Die Bronco-Kabine ist ein Hochsitz. Um sich in den Sattel zu schwingen sind die Trittbretter und Haltegriffe sehr hilfreich. Fensterheber-Tasten sucht man in der Türverkleidung vergeblich, denn die Türen können auch ausgebaut werden. Ebenso wie die Dachelemente, die aber im eingebauten Zustand für Zirpen und Knarzen sorgen auf unebenen Straßen. Der Kofferraum ist groß, die Rücksitze lassen sich flach umklappen, damit kann der Bronco auch zum Schlafraum umfunktioniert werden.
Zusatzfunktionen wie Seilwinde oder Arbeitsleuchten sind über Schalter am Dachhimmel bedienbar. Praktisch auch, dass sich der Bronco nach einer Schlammfahrt ausspritzen lässt. Gummimatten, viel Kunststoff und ein Ablauf am Boden machen das Reinigen zur Spaßübung.
Daten: Ford Bronco Badlands
Motor: V6-Biturbo-Benziner 2.694 ccm, 335 PS (246 kW), max. Drehmoment 563 Nm
CO2: WLTP 244 g/km
Kraftübertragung: Allradantrieb e-4WD, 10-Gang-Automatikgetriebe
Spitze: 161 km/h
Testverbrauch: 12,5 – 15,1 l Benzin ROZ 95/100 km
Tankinhalt: 79 Liter
Kofferraum: 504–1.780 Liter
Sitzplätze: 5
Preis: 115.000,- € (inkl. 37 % NOVA)